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Reisen · 5 Min

Eine Fähre, eine Insel, eine alte Festung

Vom Vieux-Port aus sieht man sie als hellen Fleck auf dem Wasser, eine Festung, die aus dem Meer wächst. Das Château d'If steht seit fast fünfhundert Jahren auf seiner winzigen Insel, erst als Bollwerk, dann als Gefängnis, berühmt geworden durch einen Roman. Eine kurze Bootsfahrt, und die Stadt liegt hinter dir, vor dir nur Stein, Wind und Wasser.

Fünf Jahrhunderte allein mit dem Meer

Fünf Jahrhunderte hat der Wind an diesem Stein gearbeitet. Erst Bollwerk, dann Kerker, und immer allein mit dem Meer. Die Kanonen schwiegen, die Zellen aber füllten sich, und Alexandre Dumas gab ihnen einen Namen, der nie mehr verschwand. Man geht durch die leeren Räume, und es ist, als wäre eben noch jemand hier gewesen.

Stein, Salz und Wind

Die Insel ist nichts als Kalkstein, den Wind und Gischt seit jeher formen. Wir lesen Orte über ihr Material, und hier ist es pur, heller Kalk, leuchtend in der Sonne, rau unter der Hand, das Salz von Jahrhunderten in jeder Fuge. Es ist derselbe ehrliche Stein, den wir an einer Kalkwand lieben, er täuscht nichts vor, er ist einfach da. Kein Baum, kein Schatten, nur das Nötigste, und man versteht, wie wenig ein Ort braucht, um zu wirken.

Die Überfahrt gehört dazu

Das Boot legt am Vieux-Port ab, und mit jeder Minute wird die Stadt kleiner und das Meer größer. Kaum zwanzig Minuten, dann steigst du auf einen Felsen, der nur aus Vergangenheit zu bestehen scheint. Nimm Wasser mit und feste Schuhe, oben nimmt dich der Wind in Empfang. Und wer noch nicht zurück will, fährt weiter nach Frioul, wo hinter der Festung die Buchten warten.

Häufige Fragen

Wie kommt man zum Château d'If?

Mit dem Boot vom Vieux-Port in Marseille, die Überfahrt dauert etwa zwanzig Minuten. Die Boote fahren mehrmals täglich, oft zusammen mit den Frioul-Inseln.

Warum ist das Château d'If berühmt?

Als Festung aus dem sechzehnten Jahrhundert und späteres Gefängnis, vor allem durch Alexandre Dumas und seinen Roman Der Graf von Monte Christo.

Wie viel Zeit sollte man einplanen?

Ein halber Tag reicht gut, mit Überfahrt, Rundgang und Zeit auf den Mauern. Wer weiter nach Frioul will, plant einen ganzen Tag.