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Ausflug & Umgebung · 6 Min

Pont du Gard, wo Rom das Wasser bändigte

Es gibt Bauwerke, vor denen man einfach stehen bleibt. Der Pont du Gard ist so eines. Drei Reihen Bögen aus goldenem Kalkstein spannen sich über das Tal des Gardon, seit fast zweitausend Jahren, und tun bis heute so, als sei das nichts. Die Römer bauten ihn, um Wasser über fünfzig Kilometer nach Nîmes zu führen, und lösten damit ein Problem des Alltags so schön, dass daraus ein Wunder wurde. Wir lesen Orte über ihr Material, und hier erzählt der Stein von Geduld, von Maß und von einem Handwerk, das die Zeit überdauert hat.

Ein Bauwerk aus reiner Notwendigkeit

Der Pont du Gard sollte nie schön sein, er sollte funktionieren. Er war ein Stück einer langen Wasserleitung, die eine Stadt versorgte, gebaut im ersten Jahrhundert, mit einem Gefälle, das über Kilometer nur wenige Zentimeter beträgt. Genau aus dieser Nüchternheit entstand die Schönheit. Nichts ist Zierrat, alles ist Zweck, und der Zweck ist so klar gedacht, dass er bis heute erhaben wirkt. Ehrlicher kann ein Bauwerk nicht sein.

Stein, der wie Honig leuchtet

Gebaut ist er aus dem goldgelben Kalkstein der Gegend, riesige Blöcke, viele ganz ohne Mörtel gesetzt, allein durch Gewicht und Passung gehalten. Manche wiegen mehrere Tonnen, und doch sitzen sie so genau, dass zwei Jahrtausende ihnen wenig anhaben konnten. In der Nachmittagssonne wärmt sich der Stein zu tiefem Honig, dieselbe Farbe, die wir in Kalkputz und Travertin so lieben. Man versteht hier, warum warmes Material nie aus der Mode kommt.

Fluss, Strand und ein Museum

Unter den Bögen fließt der Gardon, und an seinem Ufer liegt ein Strand aus hellem Kies, an dem man baden kann. Erst staunt man nach oben, dann kühlt man sich unten ab, ein vollkommener Tag. Wer mehr wissen will, findet ein feines Museum, das zeigt, wie die Römer das Wasser maßen, leiteten und durch Bleirohre in die Häuser brachten. Fistulae plumbae, Aqua Ducta, alte Worte für eine Technik, die uns heute noch verblüfft.

Häufige Fragen

Wo liegt der Pont du Gard und wie kommt man hin?

Er überspannt den Gardon zwischen Nîmes und Avignon, gut mit dem Auto erreichbar. Von Avignon aus etwa dreißig Minuten. Es gibt Parkplätze und Zugänge von beiden Ufern.

Kann man am Pont du Gard baden?

Ja, am Kiesstrand unter dem Aquädukt kann man im Gardon schwimmen. Im Sommer eine schöne Abkühlung, mit Blick auf das Bauwerk.

Wie alt ist der Pont du Gard?

Er wurde im ersten Jahrhundert nach Christus erbaut, als Teil einer römischen Wasserleitung nach Nîmes. Heute ist er UNESCO-Welterbe.

Lohnt sich das Museum vor Ort?

Ja, es erklärt anschaulich die römische Wassertechnik, von der Vermessung bis zu den Bleirohren. Ein guter Rahmen für den Besuch, besonders mit Kindern.